Mangelsdorf

Wappen Prenzlau

Wappen der Stadt Prenzlau


aus den Memoiren meines Urgrossvaters Erich Mangelsdorf, (geschrieben 1948),
Kapitel 1. Der Ursprung:

(vaeterliche Linie)
"Die noch von meinem Vater oft eroerterte Ueberlieferung, die Mangelsdorfs seien als Salzburger Emigranten im Havelland angesiedelt worden, duerfte nach den eingehenden Forschungen des Vetters P. Hans Mangelsdorf und der Nichte Trudi Gruenefeld (ca. 1953 wohnhaft Mozartstr. 48, Wuppertal-Elberfeld) nicht aufrecht zu erhalten sein, zumal die Ansiedlung der Salzburger in Preussen im 1. Drittel des 18. Jahrhunderts stattfand. Der Name Mangelsdorf oder Mangelsdorff ist im Havellande schon wesentlich frueher vertreten und sehr stark verbreitet.

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I. So wurden im geh. Staatsarchiv in Dahlem in den Kontributionsrechnungen fuer das Havelland folgende
    Mangelsdorf gefunden:

1650    Drewes in Klesseum; Joachim in Parey; Joachim in Bernewitz; Andreas in Bernewitz; Klaus in
            Selblang; Joachim in Guelpe;

1652    Joachim und Andreas in Buelwe; Klaus in Wietzken;

1683    Martin in Pochen;

1690    Andreas in Bernewitz; Christoff in Damme; Joachim in Graeningen; Berthold oder auch
            Barthelmes in Pracerbe (heute Pritzerbe); Hans in Grile; Klaus in Strodesna;

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II. Aus dem Grundbuch in Brandendurg/Havel wurden festgestellt:

saemtliche zwischen 1800 und 1900 :
 

Friedrich Wilhelm in .......................................................Pritzerbe;
Johann Andreas in ..........................................................Plane;
Johann Georg Karl in .....................................................Plane;
Karl in ...............................................................................Charlottenhof;
Christian Friedrich,
Christian Friedrich Andreas
Wilhelm
August Wilhelm
Friedrich
Andreas Wilhelm
Karl Wilhelm
Johann Friedrich
Friedrich
August Mangelsdorf saemtliche in...............................Pritzerbe.
Die baeuerlichen Familiennamen sind in der Mark um das Jahr 1300 oder bald danach entstanden. Die ersten urkundlichen Familiennamen von Bauern in der Mittelmark stammen aus der ersten Haelfte des 14. Jahrhunderts.

III. Stammort

Nach allen Unterlagen duerfte der Stammort der Mangelsdorfs Gross- oder Klein-Mangelsdorf im Elb/Havel-Winkel (Kreis Jerichow II) sein, von wo der erste Namenstraeger auswanderte.
        Unsere Ahnen haben sich dann zwei havellaendische Doerfer zu Wohnplaetzen ausgewaehlt, um deren geschichtliche Ueberlieferung es schlecht bestellt ist.
        Fuer Paevesin im Westhavelland (frueher Peusin, Peusienn, auch Poesien) soll es, wie versichert wird, alte Dorfbuecher geben. Diese ausfindig zu machen ist trotz eifrigsten Suchens noch nicht gelungen. Jedoch ist eine Hofstelle von 1645 gefunden worden,  in der ein

Andreas Mangelsdorf
als Hofstellenbesitzer genannt ist. Die "Taxa von Peusien" von 1645 veranschlagt ihn mit
"200 tal Dienste, 200 tal an 1 wspl Roggenpacht; 60 tal 2 gr 8 Pfg an 7 1/4    Gerstenpacht, 116 tal 16 gr an 1 wspl 4 schfl Haberpacht, 50 tal Fleischzehnt, 2 tal 12 gr 2 Pfg Erntegeld und 19 Rochhuehner."
Dieser Andreas Mangelsdorf ist wahrscheinlich der Vater unseres Ahnen Herrn

Martin Mangelsdorf,

Kirchenvorsteher und Schoeppe in Paewesin; verheiratet mit Cattarina Stawemann, + 1686, wie aus einer Dissertation eines Herrn Dr. Wille - Berlin hervorgeht, die der Nichte Trudi Greunefeld zur Verfuegung stand.
Martin Mangelsdorf ist der Vater des

Thomas Mangelsdorf,

der 1690-1725 Besitzer eines 2 1/2 Hufenhofes war, der sich unter seinem ERben auf 3 3/8 Hufen vergroesserte. ( 1 Hufe = 30-60 Morgen). Er war verheiratet mit Anna Vogeler und starb am 22.6.1725. Er setzte die Ahnenreihe fort mit seinem Sohn

Christian Mangelsdorf,

der in den Liep'schen Hof in Gortz hineinheiratete (Margarethe L.). Er war geboren 26.12.1703 und starb am 28.12.1750. Sein Sohn

Joachim Mangelsdorf,

kam als angenommener Ackersmann nach   B u t z o w   bei Brandenburg/H. wo alsdann sein Sohn

Joachim Friedrich Mangelsdorf,

(1757-1838), verheiratet mit Henriette Huebner, als Freibauer der erste Besitzer des Mangelsdorf'schen Stammgutes wurde. Von seinen 6 Kindern musste der zweitjuengste

Christian Friedrich Mangelsdorf,

'studieren'. Er wurde Lehrer, dann Hauptlehrer der staedtischen Schule in Prenzlau (Uckermark). Er war geboren den 22.2.1802, verheiratet mit Emilie Kniebusch, Tochter des Schmiedemeisters und Kurschmiedes K. und starb am 6.12.1888. Von seinen 12 Kindern ist der aelteste

Emil Mangelsdorf,

Buergermeister von Guetersloh, Westfalen, mein Vater (geb. 14.3.1839, gest. 25.7.1925).
 


(muetterliche Linie) wieder aus den Memoiren des Erich Mangelsdorf:

"Wenn sich der Lieblingsgedanke meines Vaters, als eines ueberzeugten Protestanten, dass die Mangelsdorfs um des Glaubens Willen aus der Heimat vertriebenen Salzburgern entstammen, geschichtlich nicht aufrecht erhalten laesst, so sind doch aehnliche Voraussetzungen hinsichtlich der Abstammung meiner Mutter gegeben:
Marie geb. Friese, * 2.5.1847, entstammte muetterlicherseits aus der Hugenottenfamilie der Rey, die als Refugiés der reformierten Gemeinde in Prenzlau angehoerten. Sie ist geboren in Berlin, Alte Jakobstrasse Nr. 87, wo ihr Vater, der aus Prenzlau stammende Baeckermeister Julius Friese, einen groesseren Baeckereibetrieb hatte, der seine Ware mit Pferden und Wagen ausfuhr. Er war in erster Ehe verheiratet mit der Mutter meiner Mutter, der Tochter Auguste des Moebeltischlers Rey in Prenzlau und in zweiter Ehe mit deren Schwester Julie. Grossvater Julius Friese gab bereits in juengeren Jahren sein Geschaeft in Berlin auf und zog als Rentier in die Heimat nach Prenzlau, so dass hierdurch die aeusseren Bedingungen dafuer gegeben wurden, dass meine Eltern sich fanden und lieben lernten und am 2.8.1867 die Ehe miteinander schlossen. Alle diese Daten entstammen 2 handschriftlichen Urkunden, die ich 1945 bei unserer Flucht aus Karlsbad dort zuruecklassen musste:
1. den „Lebenserinnerungen“ meines Grossvaters Christian Friedrich Mangelsdorf,
    Hauptlehrerin Prenzlau, und
2. denen meines Vaters, zwei stattlichen Baenden von unersetzlichem familiengeschichtlichem
    Werte, die bei der politischen Weltlage fuer immer als verloren gelten muessen.
    Einen Auszug aus den ersteren hatte bereits frueher Nichte Trudi Gruenefeld,
    Wuppertal-Elberfeld, Mozartstrasse 48 angefertigt."
 
 

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